je weniger, desto besser (german)

Vor ein paar Wochen habe ich einen Internetblog gefunden, der mich von den Socken gehauen hat. Ich verbringe normalerweise nicht viel Zeit mit Surfen, es sei denn ich entdecke solche inspirierenden Essays wie diesen: www.theminimalists.com 

 

In dem Blog geht es um Minimalismus.

 

Was ist das?

 

Es ist eine Art zu leben, eine Philosophie, die deinen ganzen Alltag auf den Kopf stellt. Ohne, dass ich es wusste, habe ich mich schon laenger mit diesem Thema auseinandergesetzt und jetzt hat das Kind noch einen Namen bekommen.

 

Im Wesentlichen geht es beim Minimalismus darum, das Leben zu vereinfachen, es auf die wichtigsten Dinge zu beschraenken und es somit wertvoller und lebenswerter zu machen.

 

Im Praktischen sieht es dann so aus:

Ein Minimalist besitzt nur die Dinge, die er wirklich benutzt und die seinem Leben einen Mehrwert geben. Er trennt sich von allen ueberfluessigen Besitztuemern. Das schliesst Kleidung, Moebel, technische Geraete und Kunst ein. 

 

Es gibt tatsaechlich Minimalisten, die nur 60 Dinge besitzen. Darunter fallen auch die Zahnbuerste, die Unterhose und der Lippenstift. Diesen Rahmen sprenge ich wahrscheinlich schon mit der Anzahl von Gegenstaenden in meiner Handtasche. 

 

Wozu aber das Ganze? Was soll das bringen?

 

Laut den Minimalisten wird dadurch die Lebensqualitaet erheblich gesteigert, denn der ganze Kram, der einen taeglich umgibt, lenkt uns von den wesentlichen Dingen ab.

 

Aber es geht beim Minimalismus nicht nur um materielle Besitztuemer. Auch Dinge, die man jeden Tag tut und wie man generell seine Zeit verbringt, werden unter die Lupe genommen. Ein Minimalist investiert nur Zeit in Aktivitaeten, die ihn gluecklich machen bzw. die sein Leben verbessern. Das ist natuerlich fuer jeden individuell unterschiedlich. Die Wahl des Jobs, die Wahl, mit welchen Menschen man sich umgibt und was man mit seiner Freizeit macht, ist fuer einen Minimalisten eine bewusste Entscheidung.

 

Nun mag man denken: Klar, das gilt fuer mich auch. Aber seien wir doch mal ehrlich. Wenn das so ist, warum sitzen die meisten von uns jeden Abend vorm TV, anstatt etwas zu machen, das Spass macht oder das uns weiterbringt?

 

Warum fuehren wir smalltalk mit Menschen, die uns nicht wichtig sind oder machen einen Job, der nicht ansatzweise unser Potential ausschoepft?

 

Die Liste koennte unendlich fortgesetzt werden.

 

Schaut euch doch bloss mal in eurer Wohnung um:

Wieviel von dem ganzen Kram nimmt einfach nur Platz weg?

Wieviel Buecher in deinem Regal wirst du je wieder zur Hand nehmen?

Wieviele von deinen Klamotten hast du tatsaechlich im letzten halben Jahr getragen? 

In wievielen Raeumen in deinem Haus verbringst du wirklich Zeit?

 

Ich habe in den letzten Monaten 6 grosse Saecke mit Kleidung entsorgt, 4 Kisten Buecher, die ich nie wieder lesen werde und andere Kisten mit Dingen, die man entweder an die Wand haengt oder auf ein Regal stellen kann. Und ich kann euch sagen, es tut verdammt gut, diesen Ballast loszuwerden. Mit jeder Kiste wurde ich mutiger, mich von noch mehr zu trennen.

 

Damit man nach so einem Reinigungsprozess keinen Jojo-Effekt erlebt, ist es ratsam, so sagen die Minimalisten, die bewussten Entscheidungen auch auf das Einkaufen zu uebertragen. Es werden nur Dinge angeschafft, die man wirklich benoetigt oder die einem auf Dauer Freude bringen.

 

Wie sieht es dann allerdings mit Geschenken aus? Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, richtig? Trotzdem frage ich mich bei ganz vielen Geschenken, was ich damit machen soll. Weiterschenken? Einkisten? Oder direkt wegschmeissen?

 

In einer Gesellschaft, in der jeder alles besitzt, wird das Schenken da nicht ueberfluessig?

 

Wenn man nicht weiss, was eine Person braucht oder ueber was sie sich freut, sollte es dann nicht o.k. sein, nichts zu schenken? Ehrlich gesagt, finde ich, ist das ein groesseres Geschenk, als die Person mit ueberfluessigem Kram zu belasten.

 

Ueberlegt euch nur wieviel Energie und Geld gespart und fuer wichtigere Dinge eingesetzt werden koennte. 

 

Auf den Punkt gebracht, ist Minimalismus eine Philosophie des Loslassens. Zu sehr halten wir an Dingen, Menschen und Gewohnheiten fest, die uns nichts bringen oder uns sogar krank machen. Wir brauchen mehr Raum, nicht nur in unseren 4 Waenden, sondern auch in unseren gedankenueberfluteten Koepfen. 

 

Ich freue mich auf eure Kommentare und Anregungen.

Wie verbringst du deine Zeit?

Nehme dir diese Woche 15 Minuten, um festzustellen, was du tagsüber machst.

Was macht dir wirklich Spass? Welche Aktivitäten machen dein Leben reicher?

Schaue dir jeden Raum an und betrachte die Gegenstände. Was wird davon wirklich benutzt und was davon bringt dir Freude?

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